Morgen ist schon zu spät

Wir laden am 20. Mai zu der nächsten Premiere bei uns ein. Diesmal ist das von Schicksalen von Wiera Gran inspirierte Monodrama anzusehen.

Wiera Gran, genauer Weronika Grynber, war die polnische Sängerin, Kabarett- und Filmschauspielerin. Ihre Karriere wurde zufällig angefangen. Die hinter der Bühne des Kabaretts „Paradis“  gesungene Wiera wurde von anderen Musikern gehört und sie haben sie überredet, vor dem großen Publikum aufzutreten. Sie hat das Wohlwollen der Zuschauer als auch der Presse schnell gewonnen. Gemäß einer von den Rezensionen aus 1936 war Gran „ eine von den größten Attraktionen von Paradis“ . Die schöne und mit der Kontra-Alt-Stimme gesungene Sängerin hat die Lieder über Liebe in den Warschauer Kabaretts gesungen. Sie hat bis zum Kriegsausbruch 60 Liebessongs geschrieben. Seit Frühling 1942 war sie als „große“ Sängerin in dem Warschauer Ghetto betrachtet. Bis zum Lebensende hat sie Vorwürfe zurückgewiesen, dass sie dank der Kollaboration mit Gestapo das Ghetto verlassen konnte. Sie wollte sich von diesen Vorwürfen befreien und war dann darauf fixiert.

Viele sind von ihrem Schicksal immer noch fasziniert. Das Theaterstück von Wiesława Sujkowska erzählt über die Sängerin am Rand ihres Lebens, die “die Inventur” macht. Das ist aber keine traurige Erzählung der verbitterten Frau, die kein Glück hatte. Der auf den Erinnerungen von der Wiera beruhte Text ist manchmal witzige, manchmal boshafte und ironische Reflexionen über Leben, Welt und Werten, den wir treu sind. Die ganze Geschichte ist mit den unvergesslichen Hits von Wiera verflechtet. Das ist das außergewöhnliche Spektakel, das die Nachdenklichkeit hervorruft.

Karten: normal 30 PLN, ermäßigt 25 PLN
Dauer: ca. 70 Minuten